Freitag, 18. Januar 2008

Siwa

Einer der schönsten Plätze Ägyptens soll die Oase Siwa sein. Ich habe zwar nicht alle, aber doch schon viele Orte in Ägypten gesehen und kann auf jeden Fall bestätigen, dass Siwa ein besonderer Ort ist und irgendwie etwas magisches an sich hat (besonders wenn ich jetzt rückblickend daran denke).
Siwa liegt ungefähr 500 km westlich von Kairo unweit von der Grenze zu Libyen. Es gibt zwei Möglichkeiten die Oase zu erreichen: über die Alexandria Desert Road zur Mittelmeerküste, an der man dann an El Alamein vorbei bis nach Marsa Matruh fährt und dann in die Wüste abbiegt und die letzten paar Hundert Kilometer durch die Wüste bis nach Siwa fährt. Dies war unser ca. 8-stündiger Hinweg. Die zweite Möglichkeit haben wir dann auf dem Rückweg ausprobiert: mehrere Stunden teilweise geteerte Straße, meist aber eher Schotterstraße oder Sand bis zur Oase Bahariyya (südwestlich von Kairo) und von dort über eine "normale Strasse" bis nach Kairo.















Gereist sind Frank und ich mit Khaled und Ashraf, zwei Beduinen aus Bahariyya, die ich von einer Freundin empfohlen bekommen habe. Die beiden haben uns in Kairo mit Khaled's rotem Toyota abgeholt und uns eine wirklich tolle Reise nach Siwa und Bahariyya bereitet!
In Siwa kamen wir aufgrund sehr starkem Regen und Hagel an der Küste, bei dem wir nur langsam voran kamen, leider erst nach Sonnenuntergang an. Die erste Nacht haben wir in einer kleinen und hübschen Dream Lodge in Siwa verbracht. Gleich am ersten Abend konnten wir auch schon die tolle Erfahrung machen, in einer heißen natürlichen Quelle, sog. hot springs zu baden! Das Wasser, dass aus mehreren 100 Metern aus der Erde ohne zusätzliche Pumpe nach oben strömt (auf eine detaillierte geomorphologische Erklärung wird aus Platzgründen verzichtet, hehe), wird in ein einem Brunnen aufgefangen, in dem man sich dann wie in einem Whirlpool schön aufwärmen kann. Der Geruch von faulen Eiern lässt sich bei diesem wirklich aufregenden Erlebnis leicht ignorieren! In der Zwischenzeit habe ich noch weitere dieser hot springs gesehen und muss sagen, dass dieser in Siwa mit Abstand der beste ist (genau die richtige Temperatur und super Lage), auch wenn er etwas mehr stinkt als andere.



Den nächsten Tag haben wir mit dem Erkunden der Überreste von Shali, eine labyrinthische Festung aus dem 13. Jahrhundert, die über der Stadt thront, und dem Marktplatz inklusive der wenigen Shops verbracht. Khaled und Ashraf haben in der Zwischenzeit alle Besorgungen erledigt und unsere Fahrt in das Große Sandmeer vorbereitet.















Mittags ging es dann los, raus in die Wüste. Mir war das vorher gar nicht so klar (schlecht eingelesen!), aber dieses Große Sandmeer ist eines der größten Dünenfelder der Erde, das sich über 800 km von Ägypten bis nach Libyen erstreckt. Und es ist wirklich beeindruckend und wunderschön. Dünen hinter Dünen bis das Auge reicht, nur Sand. Und diese Stille! Nach 3 Monaten in Kairo auch ein wirklicher Flash! Mit dem Jeep durch diese Landschaft zu fahren macht wirklich Spaß - ich konnte ja vorher nie verstehen, was Leute am off road fahren toll finden, aber ich fand das echt super!















In dieser sagenhaften Umgebung haben wir dann zwei Nächte unter freiem Himmel verbracht. Khaled und Ashraf haben dazu ein kleines Camp aufgebaut und hatten alles, was man so zum Überleben in der Wüste braucht dabei. Es war zwar kalt, aber mit Lagerfeuer und jede Menge Decken war es gut auszuhalten, draußen zu schlafen. Leider war gerade Vollmond, als wir dort waren, so dass man den Sternenhimmel nicht wirklich sehen konnte - man hat sich quasi eher gewünscht, dass mal jemand das Licht ausmacht. Aber der Vollmond hatte natürlich auch seine Vorteile.

Tagsüber sind wir dann immer nochmal in die Oase gefahren, um uns weitere Sehenswürdigkeiten von Siwa anzuschauen. Denn es waren sowohl die Pharaonen als auch die Römer in Siwa. Außerdem gibt es mehrere Berge, von denen man eine super Aussicht über die Oase hat, sowie unzählige Quellen und ganz viele Palmen.

Am vierten Tag sind wir dann über nach Bahariyya gefahren, was auch sehr interessant war. Auf dem Weg dorthin kommt man an 6 oder 7 Armee Checkpoints vorbei, die dann immer mit dem vorherigen und dem nächsten Checkpoint telefonieren und sagen, dass wir da sind. Die armen Jungs, die dorthin abkommandiert wurden - in the middle of nowhere. Die Tauschgeschäfte unserer Beduinen mit den Armeejungs waren sehr unterhaltsam: Chips gegen Marmelade (bei den Soldaten sehr unbeliebt).

Die letzte Nacht haben wir in den Dünen der schwarzen Wüste unweit von Bahariyya verbracht, da wir am nächsten Tag mit dem Minibus zurück nach Kairo gefahren sind. Die Reise mit einem Minibus ist ziemlich anstrengend und man sitzt sich echt auf der Pelle. Wenn man Pech hat, liest vor oder hinter einem, ein Ägypter mehrere Stunden Koranverse, oder man hat ein schreiendes Baby hinter sich, wobei diese eigentlich sehr genügsam und brav waren und erst gegen Ende losgelegt haben.














Erwähnenswert während des Siwa Trips ist auf jeden Fall das Essen! Ashraf, der auch selber gerne isst, hat wirklich immer sehr gut gekocht. Und auch das Essen in Abdus Restaurant in Siwa war extrem lecker!



Das Bedürfnis nach Dusche ist gegen Ende der Reise doch recht ausgeprägt gewesen, so dass Frank und ich uns eine Übernachtung im Marriott Hotel in Kairo gegönnt haben. Da dies dann auch Heilig Abend war und wir bis zu diesem Zeitpunkt noch keineswegs in weihnachtlicher Stimmung waren, hat das auch super gepasst. Am nächsten Tag haben wir den Aufenthalt in der Wüste dann mit Sauna und Rumliegen in der Sonne am Pool abgerundet =)
Schöne Weihnachtsferien!

2 Kommentare:

Ahmed Al-Sabbagh hat gesagt…
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lo llaguter hat gesagt…
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